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By Uwe H. Bittlingmayer

Zentraler Gegenstand der Untersuchung ist die kultursoziologische Auseinandersetzung mit dem Konzept einer "nachhaltigen Entwicklung". Den Fokus bildet der sogenannte Verzichts- bzw. Suffizienz-Ansatz und dessen theoretische Grundlage, eine ökologische Modernisierung spätindustrieller Gesellschaften durch die Implementierung einer "Kultur des Verzichts" erreichen zu können. Aus der kultursoziologischen Perspektive Pierre Bourdieus, die durch eine Auseinandersetzung mit Gerhard Schulzes "Erlebnisgesellschaft" auf "deutsche Verhältnisse" zugeschnitten und gleichzeitig aktualisiert wird, werden am Beispiel des individuellen Mobilitätsverhaltens sozialer Akteure, insbesondere von Car-Sharern, die Grenzen dieses Ansatzes verdeutlicht. Auf diese Weise wird einerseits gezeigt, dass dem Suffizienz-Ansatz ein naives Verständnis von Kultur zugrundeliegt, andererseits, dass ein Nachhaltigkeitskonzept, das systematisch auf materielle Askese setzt, in der "Erlebnisgesellschaft" von den kulturellen Distinktionskämpfen überrollt wird. Das Fazit der Untersuchung, dass erst eine hinreichende Verfügung über Handlungsressourcen, insbesondere über kulturelles Kapital, soziale Akteure von der Pflicht zum Genuss entbindet, hat weitreichende Konsequenzen für das Konzept einer "nachhaltigen Entwicklung".

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Die dem "Ideal der andauemden und steigerbaren Geschwindigkeit" (ebd. 154) Rechnung tragen sollen. Damit geht dann eine 'Kolonialisierung der Lebenswelt' (Habermas) bzw. des Nahraumes einher, die den spezifischen Bedtirfnissen der Alltagswelt entgegensteht. Bemangelt werden nicht nur die "Knappheit an personlichen und institutionellen Eigenzeiten", (BUNDlMisereor 1996: 157) sondem gleichfalls die "Privilegierung der Erwerbswelt gegentiber der Lebenswelt des Alltags". : 158) Weil aber zunehmend erkennbar wird, daB die Utopie einer vollstandig mobilisierten Gesellschaft nicht nur mit stetig wachsenden Problemen verbunden (gesundheitliche Schaden durch Luftverschrnutzung, FIachenversiegelung, Energieverbrauch im Verkehrssektor, aber auch Staus und Parkplatznotstand).

In Form eines Verzichts auf den eigenen Pkw - unumganglich. 1). Dabei wird sich zeigen, daB sich zwar viele Griinde gegen das Leitbild einer individuellen Automobilitat anfiihren lassen, diese bei den sozialen Akteuren aber offonsichtlich bislang keine entsprechenden Verhaltensanderungen hervorgerufen haben, obwohl allgemeiner Konsens darl1ber besteht, dafJ sich das Umweltbewufltsein der Akteure deutlich gehoben hat. (Vgl. 2). Allerdings treten in den weiter unten referierten Ansatzen immer dann spezifische Erklarungsdefizite auf, wenn die sozialen Akteure im Verkehrsbereich doch umweltgerecht handeln, das heillt wenn sie im Sinne des Suffizienz-Ansatzes individuelle Verzichtsleistungen erbringen.

Wei 1 der Gilter- und Luftreiseverkebr (vgl. Gori8en 2000) fUr die Argumentation und Fragestellung der vorliegenden Arbeit nacbrangig ist, wird dieser in den nachsten Abschnitten ausgeblendet. Abschied vom Automobil? 1 51 Abschicd vom Automobil? Die Kritik am Automobil ist genau so alt wie dieses selbst. (Vgl. Kuhm 1995: 13) Es lassen sich allerdings unterschiedliche Phasen der Kritik an der Massenmotorisicrunt 6 nachzeichnen. Zu Beginn der Automobilgeschichte mufiten sich die ersten Autofahrer den Sozialraum Strafie regelrecht erkampfen.

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